Mit GROOVE entsteht in Essen nicht nur die erste Produktion des neuen GOP Artistical-Theaters – Produktion und Theater entstehen gemeinsam.
Essen, 8. Juli 2026 – Pressekonferenzen finden normalerweise dann statt, wenn alles entschieden ist. Wenn Räume fertig gebaut, Lichtstimmungen programmiert und Premieren vorbereitet sind. Wenn aus Ideen ein fertiges Produkt geworden ist. Diese nicht. Mit der heutigen Pressekonferenz öffnet das neue GOP Artistical-Theater bewusst einen Moment, der sonst nahezu nie öffentlich sichtbar wird: den Nullpunkt. Einen Zustand zwischen Idee und Premiere. Einen Moment, in dem noch nichts abgeschlossen ist und genau deshalb alles sichtbar wird.

Heute wurde keine Show gezeigt. Es gab keinen exklusiven Blick hinter die Kulissen und diesen neuen Ort aus fünf unterschiedlichen Disziplinen heraus entwickeln: strategisch, keine Vorschau auf fertige Szenen. Stattdessen standen fünf Menschen im Mittelpunkt, die künstlerisch, räumlich, technisch und organisatorisch.
Die Pressekonferenz machte damit etwas sichtbar, das normalerweise unsichtbar bleibt: denWeg. Denn mit GROOVE entsteht nicht nur die erste Produktion des neuen Hauses. Gleichzeitig entsteht das Haus selbst. Das Besondere: Die Entwicklung der ersten Produktion und die Entwicklung des Theaterformats laufen parallel. Raum, Dramaturgie, Technik, Atmosphäre, Künstlerensemble und Arbeitsweisen beeinflussen sich gegenseitig.
Im Zentrum der Pressekonferenz standen fünf Perspektiven und Antworten auf die Fragen: Warum entsteht das? Was entsteht? Wie fühlt es sich an? Wie wird es möglich? Und wer macht es lebendig?
Christian Buddrus, Direktor GOP Artistical-Theater – über das WARUM „Die bequemste Version dieses Projekts wäre gewesen, einfach eine neue Show zu produzieren. Aber wir wollten nicht nur ein Programm entwickeln, sondern einen Ort mit eigener Haltung. Gleichzeitig glauben wir, dass aus diesem Anspruch etwas entstehen kann, das weit über Essen hinaus wirkt. Das Ruhrgebiet hat immer dann besondere Strahlkraft entwickelt, wenn es den Mut hatte, neue Formen zu schaffen. Mit dem ersten Artistical entsteht hier kein klassischer Theaterbetrieb, sondern ein neues Live-Format – entwickelt in Essen, aber mit dem Anspruch, bundesweit (und darüber hinaus) Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Dass starke Partner aus Entertainment und Medien diesen Weg begleiten und zusätzliche Reichweiten eröffnen, zeigt uns: Das Interesse an neuen kulturellen Erlebnissen ist groß.“ Christian Buddrus verantwortet gemeinsam mit der Geschäftsleitung den Aufbau und die strategische Entwicklung des neuen Hauses und bringt Partner aus Wirtschaft, Politik und Kultur zusammen, um das Projekt in der Region zu verankern und überregional sichtbar zu machen.
Aleks Uvarov, Show Director GROOVE – über das WAS „Wenn ich GROOVE in einem Satz beschreiben müsste, würde ich sagen: Es ist der Moment, in dem Bewegung Musik wird und Musik Bewegung. Was diese Produktion besonders macht, ist, dass wir nicht mit einem fertigen Bild arbeiten, sondern mit einem Prozess. Der Raum entsteht parallel zur Show – und genau dadurch entstehen neue Impulse. Heute stehen wir noch nicht vor der Premiere, sondern mitten im ersten hörbaren Takt.“ Für die erste Produktion entsteht die künstlerische Sprache parallel zum Ort selbst, nicht losgelöst von ihm.
Viki Kitzig, Innenarchitektin – über das WIE FÜHLT ES SICH AN „Ein Besucher soll beim Ankommen nicht denken: Ich betrete ein Theater. Sondern: Hier passiert etwas. Mich interessiert kein Raum, der erklärt, sondern einer, der Erwartungen verschiebt. Ein unfertiger Raum erzählt manchmal ehrlicher als ein perfekter, weil er sichtbar macht, dass Wahrnehmung immer im Entstehen ist.“ Die räumliche Gestaltung versteht sich dabei nicht als Kulisse, sondern als Teil des Erlebnisses.
Sebastian Drozdz, Technical Director, Visual Design & Stage Architect – über das WIE WIRD ES MÖGLICH
„Die spannendsten Entscheidungen in diesem Projekt mussten getroffen werden, bevor klar war, ob es dafür überhaupt Vorbilder gibt. Irgendwann haben wir gemerkt: Technik unterstützt hier nicht die Dramaturgie – sie wird selbst Teil davon. Ab diesem Moment entsteht kein Bühnenbild mehr, sondern ein Organismus.“ Technik, Licht, Bewegung und Architektur werden im Artistical nicht nacheinander gedacht, sondern gemeinsam entwickelt.
Simon Preißing, Production Manager – über das WER MACHT ES LEBENDIG „Ein Groove entsteht nicht dadurch, dass alle denselben Rhythmus haben. Er entsteht, wenn unterschiedliche Energien anfangen, aufeinander zu reagieren. Für mich ist genau das der Moment, in dem aus einzelnen Künstlern kein Cast, sondern ein gemeinsamer Körper wird.“
Internationale Künstlerinnen und Künstler verschiedener Disziplinen entwickeln gemeinsam die erste Produktion des Hauses, begleitet von einem Prozess, in dem die Zusammenarbeit Teil der Inszenierung wird. Die heutige Pressekonferenz war deshalb kein Blick hinter die Kulissen. Sie war ein Blick auf den Moment davor. Der nächste öffentliche Moment wird die Premiere sein.





(Fotos: Klaus Schleser)
